Zum Umgang mit Methoden für die Bearbeitung gesellschaftlicher Ungleichheitsverhältnisse

Der aus der Reflexion des Projekts dancing*politics entstandene Fragenkatalog stellt eine Reflexionsgrundlage für den machtsensiblen Einsatz von Methoden in ganz unterschiedlichen Bildungsprozessen zur Verfügung.

Über die Handreichung  

Die im Projekt dancing*politics entwickelte Handreichung von Aktion Tanz thematisiert Fragen zum Umgang mit Methoden für die Bearbeitung gesellschaftlicher Ungleichheitsverhältnisse an der Schnittstelle Tanz-/Tanzvermittlung und politischer Bildung. Dabei nimmt der Fragenkatalog folgende Fragen in den Fokus:

  • Wie können Methoden für unterschiedliche Kontexte angepasst und weiterentwickelt werden? 
  • Welche Haltung, Rahmen und Räume begünstigen Aushandlungsprozesse, die für Diskriminierungskritik und Empowerment notwendig sind? 

Zum Hintergrund des Fragenkatalogs 

Im Rahmen des Projektes TANzDEMokratie wurden von Tanzvermittler:innen und politischen Bildner:innen im Tandem Methoden entwickelt, die demokratiestärkend wirken können. Das Nachfolgeprojekt dancing*politics (März bis Oktober 2022) untersuchte die Eignung dieser Methoden. Dazu wurde ein Tandem-Training für 4-5 Tänzer:innen/Tanzvermittler:innen und 4-5 politische Bildner:innen angeboten, die gemeinsam in den Austausch gingen. Im Laufe des Prozesses unterstützten sich die beiden Berufsgruppen gegenseitig darin, eine diskriminierungskritische bzw. empowernde Haltung zu entwickeln, wobei sie die zuvor entwickelten Methoden in der Praxis erprobten und kritisch befragten.

Im Projektverlauf wurde deutlich, dass die Förderung von Demokratieentwicklung nicht bloß von der „Güte“ der Methoden abhängt. Eine einzelne Methode kann – je nach Art des Einsatzes – Demokratie stärken oder gar behindern. So betrachtet, rückten nun andere Fragen bezüglich der Güte der Methoden in den Vordergrund: 

  • Von wem wurden die Methoden entwickelt?
  • Welches (Erfahrungs-)Wissen enthalten sie (nicht)?
  • Wer fühlt sich von ihnen (nicht) angesprochen und warum?
  • Wer leitet die Methoden in der Praxis an und wie tut die Person das?
  • Wie beeinflussen Zeit, Kontext, Räume, Körper und Atmosphären die Methode?

Auf Grundlage dieser Reflexionen wurde ein Fragenkatalog entwickelt. Dieser vermittelt keine Antworten. Vielmehr werden wertvolle Fragen gestellt, die den Reflexionsprozess zum Einsatz von Methoden in Bildungsprozessen unterstützen können. Die Fragen eignen sich sowohl für den Bereich der kulturellen sowie der politischen Bildung und sind somit in ganz unterschiedliche Handlungsfelder übertragbar. Die aufgeworfenen Fragen reichen von „Warum wähle ich diese Methode?“ über „Wie gehen wir mit Ungleichheitsverhältnissen in geteilten Räumen um?“ bis hin zu „Wer entscheidet über die Gestaltung und Zugänge zu Räumen?“. Der Fragenkatalog verfolgt dabei folgenden Anspruch:

„Eine fragende Annäherung an Methoden kann Raum für Uneindeutiges schaffen, lädt dazu ein, unterschiedliche Erfahrungen und (Un-)Wissen zu thematisieren und ermöglicht es, Kritik zu äußern.“ (Aktion Tanz, aus der Einführung des Katalogs)

 

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